Sprachtherapie
Das wir sprechen nehmen wir als etwas ganz Normales hin, solange es wie selbstverständlich funktioniert. Sprechvermögen und Sprachentwicklung könne aber plötzlich, oder von Kleinkindalter an verzögert sein. Es kommt zu Störungen der Sprache und des Sprechens – die sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten leiden. Gründe hierfür können z. B. ein Schlaganfall (Aphasie / Sprechapraxie etc.), eine Gesichtslähmung, eine Schluckstörung oder aber auch eine Sprachstörung bei Taubheit sein.
Wo die Sprache nicht richtig angewendet werden kann, setzt die Sprachtherapie an. Sie umfasst Maßnahmen insbesondere zur
- Anbahnung sprachlicher Äußerungen,
- Wiederherstellung des Sprachverständnisses,
- Artikulationsverbesserung bzw. Schaffung nicht-sprachlicher Kommunikationsmöglichkeiten,
- Verbesserung der Laut- und Lautverbindungsbildung,
- Normalisierung des Sprachklangs sowie
- Beseitigung von Fehlfunktionen der Kehlkopf- und Zungenmuskulatur.
Das Ziel der Sprachtherapie ist die Wiederherstellung, Besserung oder Erhaltung der Kommunikationsfähigkeit im Alltag.
Sprechtherapie
Atmung, Stimme sowie Ganzkörperbewegung und -haltung stehen eng im Zusammenhang. Die Motorik dieser drei Systeme steht wiederum in enger Wechselwirkung mit Emotionen und Reaktionen.
Bestehen Probleme in der motorischen und sensorischen Sprechleistung, kann dies zu Stottern, Problemen mit bestimmten Lauten, dem Gefühl einen Frosch im Hals zu haben oder mangelndem Wortfluss führen.
Sprechtherapie ist hier gefragt. Sie umfasst insbesondere Maßnahmen zur gezielten Anbahnung und Förderung der
- Artikulation,
- Sprechgeschwindigkeit und
- koordinativen Leistung.
Wir arbeiten an der Regeneration des gestörten Funktionskreises durch Spannungsausgleich der Muskulatur, Koordination von Atmung und Stimme, die Flexibilität der Atemmuskulatur und Vertiefung der Atmung.
Schlucktherapie
Ein erwachsener Mensch schluckt bis zu 1000-mal pro Tag – während des Essens deutlich häufiger als beispielsweise im Tiefschlaf. Am Schluckvorgang sind Wangen, Lippen, Kiefer, Zunge, Gaumensegel, Rachen, Kehlkopf, Zungenbein und Speiseröhre beteiligt. Über 100 Muskeln arbeiten beim Schluckvorgang zusammen. Ist ein Teil des Ablaufs gestört, kann das Schlucken zu starken Hustenanfällen führen.
Das Ziel der Behandlung ist, dass die Nahrungsaufnahme wieder unbeeinträchtigt gelingt. Hierfür wird es darum gehen, alle Muskelfunktionen und Abläufe wieder in den Ursprungszustand zu versetzen.
Stimmtherapie
Die Qualität des Stimmklanges ist wesentlich abhängig von der Atmung, Körperhaltung und der Artikulation. Diese müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Dieses Gleichgewicht gerät häufig ins Schwanken und kann z. B. zu Heiserkeit, Atemnot beim Sprechen oder zu leichter Ermüdung beim Sprechen führen.
Die Stimmtherapie umfasst besondere Maßnahmen zur Regulation von
- Atmung,
- Phonotation (Laut- und Stimmbildung) und
- Artikulation
- Eutonisierung des Köpers
So wird ein Spannungsausgleich von Atemdruck, Stimmbandtätigkeit und Artikulation herbeigeführt.
Aber auch die Vermittlung von Kompensationsmechanismen bei einer Teil- oder Komplettentfernung des Kehlkopfes, wie z. B. die Bildung einer Ersatzstimme oder Gebrauchsübungen für den Einsatz von elektronischen Sprachhilfen, zählen zur Stimmtherapie.
Ziel ist es, alle an der Stimme beteiligten Funktionen in ihr harmonisches Zusammenspiel zurückzuführen und somit eine Wiederherstellung oder Verbesserung der Stimme und des Sprechens zu erreichen.
Stimmtherapie bei Mann zu Frau Transsexualität
Bei der Stimmtransition ist wichtig, für jede Klientin einen individuellen, an die Bedürfnisse und Ressourcen angepassten Ansatz zu finden. „Einfach nur höher zu sprechen“ birgt das Risiko einer Fehlbelastung der Muskulatur und kann zu chronischen Stimmproblemen wie zum Beispiel anhaltender Heiserkeit führen.
Durch gezielte Übungen, die eine Flexibilisierung der Muskeln des Kehlkopfes und des Ansatzsrohrs bewirken, können eine höhere mittlere Sprechstimmlage, ein hellerer Stimmklang und somit eine weiblichere Stimme erreicht werden. Neben der Sprechstimmlage werden auch die Artikulation und Ausdrucksweise an die der weiblichen angepasst, damit das "komplette Bild der Frau stimmig ist".
Neben der logopädischen Behandlung können auch operative Maßnahmen zu einer Erhöhung der Sprechstimmlage führen. Um einen gesunden Umgang mit der Stimme zu erlernen und funktionellen Stimmstörungen entgegenzuwirken wird jedoch auch vor und nach phonochirurgischen Eingriffen eine logopädische Behandlung empfohlen.